Brauche ich 2025 noch SEO – oder macht das schon AI?

Kaum ein anderes Thema im Online-Marketing wird derzeit so hitzig diskutiert wie künstliche Intelligenz. Jeden Tag versprechen neue Tools, sie könnten Texte schreiben, Keywords automatisch einbauen und Websites “von selbst” nach vorne bringen. Manche Stimmen auf LinkedIn (Achtung: Hot-Take-Alarm!) gehen sogar so weit zu behaupten: SEO ist tot, das übernimmt jetzt die AI.

Doch stimmt das wirklich? Oder anders gefragt: Wenn ich 2025 eine Website betreibe – brauche ich dann überhaupt noch SEO?

Die Kurzantwort: Wir brauchen SEO mehr denn je. Die Werkzeuge und Ziele verändern sich, die Grundlagen bleiben – und wer sie ignoriert, verliert.

SEO hat sich verändert – und bleibt relevant

SEO ist kein und war nie ein starres System. Früher ging es vor allem um Buzz…äh… Keywords und Backlinks, später spielten technische Faktoren wie Ladezeiten, “Mobile First” oder Core Web Vitals eine zentrale Rolle. Heute steht der Mensch im Mittelpunkt: Inhalte müssen klar strukturiert, verständlich aufbereitet und nützlich sein. Die menschliche Reaktion auf die für sie angebotenen Inhalte ist wichtiger geworden.

Und genau da liegt der Unterschied: AI kann bei vielem helfen – aber sie ersetzt nicht die Basisarbeit.

Wo AI glänzt

AI kann dabei helfen, große Datenmengen zu durchforsten und Muster klar sichtbar zu machen. Wer Keyword-Cluster analysieren oder Wettbewerbsstrategien vergleichen will, spart mit den richtigen Tools viel Zeit. Auch beim Schreiben kann AI nützlich sein: Sie hilft beim Finden der richtigen Struktur, kann schnell Formulierungsvarianten liefern und ist beim Übersetzen hilfreich.

Besonders praktisch ist das bei Routineaufgaben: Alt-Texte, Meta-Descriptions oder interne Verlinkungen lassen sich teilweise automatisieren. Für viele Teams bedeutet das eine zeitliche Entlastung im Alltag.

Wo AI an ihre Grenzen stößt

Eine AI kann viel – aber sie kann keine solide Website bauen. Sauberes HTML, korrekte Überschriftenhierarchie oder semantisches Markup sind Aufgaben, die weiterhin menschliche Planung brauchen.

Auch sind die Texte oft generisch und klingen schnell ähnlich zu … naja, allen anderen Texten, die auch von einer AI geschrieben wurden.

Vor allem aber bleibt die strategische Ebene unersetzbar: Wer ist meine Zielgruppe? Wie positioniere ich meine Marke? Welche Geschichten erzähle ich, um Vertrauen aufzubauen? Diese Fragen kann kein Tool beantworten, das nur auf Wahrscheinlichkeiten basiert. Gerade für kleinere, lokal tätige Unternehmen ist das Verständnis der eigenen Community entscheidend – und das kann nur menschliche Erfahrung liefern.

Am Ende braucht es jemanden, der beurteilt, ob Inhalte wirklich hilfreich sind. Nur Menschen spüren, ob ein Text spannend, relevant und verständlich ist. Interessante Texte werden gelesen und geteilt. Generische AI-Texte dagegen bleiben liegen – und warten, bis ein Crawler vorbeikommt … 💔

Die Schattenseite der AI-Content-Flut

Die andere Seite der Medaille ist längst sichtbar: eine Welle von Texten ohne Mehrwert. Blogartikel, Bewertungen oder Posts, die nur für Crawler geschrieben wurden – aber niemandem helfen. Das ist SEO als Selbstzweck: Maschinen produzieren Inhalte für Maschinen.

Das Problem: Solche Inhalte sind nicht nur nutzlos, sie können auch schaden. Duplicate-Content-Risiken steigen, Suchmaschinen erkennen austauschbare Texte immer besser, und Nutzer:innen merken sofort, wenn sie keine echten Antworten finden. Wer so arbeitet, verspielt Vertrauen – und genau das ist die wertvollste Währung einer Website.

Noch problematischer ist, dass AI-Texte nicht nur oft generisch klingen, sondern auch schlicht falsch sein können. Sprachmodelle “halluzinieren” häufig – sie erfinden Quellen, verdrehen Fakten oder liefern scheinbar plausible, aber ungenaue Informationen. Für Suchmaschinen bedeutet das ein erhöhtes Risiko, dass unzuverlässige Inhalte ins Netz gelangen. Für Nutzer:innen heißt es: mangelnde Vertrauenswürdigkeit. Und genau das ist Gift für SEO, denn Google & Co. bewerten nachweisbare Expertise und Verlässlichkeit immer stärker.

Hinzu kommen ökologische und ökonomische Fragen: Wollen wir wirklich Rechenleistung und Geld für einen Outcome verschwenden, den niemand lesen oder ansehen will?

Von klassischen Suchergebnissen zu AI-Summaries

Nicht nur die Content-Seite verändert sich – auch Google selbst. Mit AI-basierten “Search Generative Experiences” zeigt die Suchmaschine immer öfter direkte Antworten, bevor überhaupt jemand auf ein Ergebnis klickt. Für Nutzer:innen bequem, für Website-Betreiber:innen eine neue Realität: weniger Klicks, härterer Wettbewerb zwischen viel Konferenz um Sichtbarkeit.

Pro:

Wer es schafft, in diesen AI-Summaries aufzutauchen, kann enorm profitieren. Die Sichtbarkeit ist höher als bei klassischen Suchergebnissen.

Contra

Die Anforderungen steigen. Nur klar strukturierte, gut belegte und vertrauenswürdige Inhalte haben eine Chance, dort berücksichtigt zu werden.

Das bedeutet: SEO wird nicht unwichtiger – es wird anspruchsvoller.

Meine Empfehlung

Ich unterstütze gerne im technischen Bereich. Für Strategie und Analyse empfehle ich immer die Expertise meiner Grazer Kollegin Svjetlana Vulin von Digital Cocoon Solutions.

Best Practice: Unterstützung statt Ersatz

Die Zukunft liegt nicht in “SEO oder AI”, sondern in der klugen Kombination. AI ist ein Werkzeug – ein sehr mächtiges, aber eben nur ein Werkzeug. Sie liefert Analysen schneller, erleichtert Formulierungen und spart Zeit bei Routinen.

Doch erst der menschliche Schliff macht Inhalte relevant: die strategische Entscheidung, die persönliche Perspektive, die kreative Geschichte. AI kann vorbereiten – doch die eigentliche Arbeit bleibt, Inhalte zu schaffen, die Menschen helfen, inspirieren und überzeugen.

So setzt du AI im SEO sinnvoll ein

1. Routinen automatisieren
Nutze AI für wiederkehrende Aufgaben wie Meta-Descriptions, Alt-Texte oder interne Verlinkungsvorschläge. Das spart Zeit für die wichtigen Themen.

2. Strukturen vorbereiten
Lass dir von AI Content-Outlines, Keyword-Cluster oder Themenideen liefern. Die Feinarbeit und Priorisierung bleibt bei dir.

3. Fakten prüfen
AI halluziniert gerne. Alles, was inhaltlich kritisch ist, solltest du manuell gegenprüfen – besonders bei Fachthemen.

4. Menschlichen Mehrwert ergänzen
Mach aus AI-Vorschlägen Inhalte mit Persönlichkeit: Deine Erfahrungen, Fallbeispiele oder lokale Expertise sind das, was Google und Menschen überzeugt.

Fazit

SEO 2025 ist nicht tot. Es ist lebendiger denn je – nur die Werkzeuge haben sich verändert. AI erleichtert viele Aufgaben, aber sie ersetzt kein fundiertes Verständnis von SEO. Wer nachhaltig sichtbar sein will, braucht beides: die technische und strategische Basis und den klugen Einsatz von AI.

Oder kurz gesagt: AI kann dir den Weg ebnen – gehen musst du ihn selbst.


Foto von Jonathan Kemper auf Unsplash

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Klemens

Webentwickler und Projektumsetzer. Ich mache Custom WordPress Websites, durchdacht und ordentlich umgesetzt.

Wenn ich gerade nicht am Papier entwerfe oder am Computer umsetze, bin ich mit meiner Hündin Lotti in der Natur unterwegs.

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